Interview mit einem Storch

„Neue Privatinitiative“ unter Rubrik „Allgemeines“

UNSER STORCH UND SEIN LEBENSRAUM

Die neue Privatinitiative möchte den Neusiedler STORCH , seine Reise, seine Gewohnheiten und sein Neusiedler Zuhause, vorstellen:

„Der Storch ist gelandet“! Willkommen zu Hause!

Das Storchenpärchen hat seinen Horst auf dem Apothekerdach bezogen!

Hallo, liebe Neusiedler! Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist ADEBAR und ich bin um den 26.März mit meiner Gefährtin endlich in meinem „Sommernest“ auf dem Apothekerdach im schönen Neusiedl am See angekommen. Mein Nest war fein geputzt und ich habe es noch ein bisserl mit meiner Liebsten zurecht gezupft. Wie schön, wieder zu Hause zu sein!

Meine Reise aus meinem Winterquartier zurück, war lang! Zwei Monate vor meiner Ankunft bin ich aus Namibia aufgebrochen und musste 10.000 km zurücklegen! Besonders super waren die warmen Aufwinde! Mit meinen großen, schönen Flügeln habe ich mich wie ein Segelflieger in eine Höhe bis zu 4.500 Metern tragen lassen, dabei konnte ich 500 km am Stück machen und bin bis zu 100 Stundenkilometer „gedüst“. Ich habe auf den Sudan, Ägypten, Palästina, Israel, die Türkei und den Bosporus hinunter geblickt. Schaut toll aus, von da oben! Natürlich geht das nicht ohne „auftanken“ – dazwischen habe ich mich in Oasen und auf feuchten Wiesen unterwegs, mit allerlei Kleingetier gestärkt. Begleitet wurde ich von hunderten anderen Störchen. Wir fliegen gerne in Schwärmen, gemeinsam finden wir den Weg ja auch leichter. Die „Ruster“, die „Illmitzer“, die „Parndorfer“ haben mich auch ein Stück begleitet, bevor sie in ihre Heimatorte aufgebrochen sind.

Diesmal sind meine Gefährtin und ich ja ziemlich zeitgleich angekommen, normalerweise fliege ich voraus und besetze schon mal unser altes Zuhause, bevor meine Liebste nachkommt. Besonders sind es ja die Störchinnen, die eine starke Bindung an den alten Horst haben (nein, das ist kein anderer Mann – so nennt man unser Nest!). Wir führen eine sogenannte „Horstehe“ und während des Zuges als auch im Winterquartier gehen wir getrennte Wege. UNSER Nest in Neusiedl am See müssen wir kaum vor Konkurrenten verteidigen, das würden wir beide mit lautem Schnabelgeklapper machen, dabei legen wir die Köpfe auf den Rücken und werfen sie nach vorne und stampfen mit den Beinen und plustern unsere Flügel auf. Wenn diese Warnung nicht ausreicht, dann kann es sein, dass wir auch unsere langen, spitzen Schnäbel einsetzen, wenn es einer so gar nicht kapieren will, dass ist UNSER Nest, schon seit Jahren! ! Es wäre schon toll, Nachbarn zu haben, wir sind ja eine große Familie, das kann man ja auch im schräg gegenüberliegenden Rust beobachten. Da gibt es viele von uns und die fühlen sich wohl dort! Früher – ach, wie lange ist das her – als es in Neusiedl noch so von Fröschen wimmelte, es noch mehr Feuchtwiesen gab, die Menschen unsere Futterwiesen noch nicht so stark verbaut hatten, die Futtersuche noch nicht so beschwerlich war, da gab es auf anderen Häusern hier im Ort auch noch andere Nester und unsere Vorfahren haben mit unseren Nachbarn um die Wette geklappert! Aber das ist laaaaange her! Unsere Ur, Ur, Ur, Ur-Großeltern jedenfalls, sind das erste Mal 1931 nach Neusiedl gekommen. Die leben aber nicht mehr, wir erreichen ja max. ein Alter von 20 Jahren. Klingt nicht alt – ABER – wir können uns dafür bis ins hohe Alter fortpflanzen…das könnt ihr Menschen nicht , oder?

So ihr Lieben, schau jetzt weiter. Das nächste Mal erzähle ich euch von unserem Lebensraum „Neusiedl“ wie wir uns ernähren und eine Familie gründen. Bis dann – euer ADEBAR!

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